Versöhnung
...Oder Nachtrag zu Familienfeiern
Ich bin doch zu der Feier gegangen.Und ich habe es nicht bereut.
Mein ältester Bruder,ich möchte nicht mehr Stief oder Halbbruder schreiben,denn eigentlich ist das doch ein unwichtiges Detail,hat mich total überrascht-positiv überrascht!
Als Thema des Gottesdienstes wählte er das gleiche Thema wie ich heute in meinem Blog:
Versöhnung.
Nach der Predigt sagte er,er müsse noch etwas erledigen,das ihm schon länger auf dem Herzen liegt.
Dann lief er den Gang nach ganz hinten,dorthin wo mein Vater und ich saßen.
Nun stand er vor mir:
Er sagte,er wolle,daß wir uns endlich nach all den Jahren wieder versöhnen.Ich war zwar total erstaunt,damit hätte ich absolut nicht gerechnet.
Wir haben uns umarmt,er weinte.Soviel Mut hätte ich ihm nicht zugetraut,doch ich bin so froh,daß er es getan hat!!!
Danke!!!
Zur Gemeinde sagte er nur,daß ich seine Schwester bin,mit der er 13 Jahre so gut wie keinen Kontakt mehr gehabt hat.Ich möchte hier auch nicht näher auf die Einzelheiten eingehen,warum es zum Bruch kam,da das einfach zu persönlich ist.
Doch ich bin so froh,daß nach all den Jahren endlich dieser Konflikt beendet ist.Ich bin meinem Bruder dankbar,daß er den Mut hatte,diesen Schritt zu tun.
Denn eigentlich sind wir doch eine Familie.
Etwas ähnliches habe ich als Schülerin erlebt:
Damals kam eine Neue in meine Klasse,eine Slowenin,die ich sofort mochte.
Doch es gab da ein Problem:
Mein Opa ist im Januar 1945,also kurz vor Kriegsende in Slowenien gefallen.Als kleines Mädchen wollte ich deshalb alle Slowenen töten,weil die meiner damaligen Meinung nach meinen Opa ermordert haben.
Ich dachte mir,als ich das Mädchen damals,mit 12 Jahren kennenlernte,ich könne doch nicht mit jemandem von dem Volk,das meinen Opa auf dem Gewissen hätte,Freundschaft pflegen.
Ich hatte einen schrecklichen Gewissenskonflikt:
Doch glücklicherweise bin ich mit meinem Vater zu meiner Oma gefahren,deren Mann ich nie kennenlernen durfte.
Sie hat mir dann erklärt,daß ich keinerlei schlechtes Gewissen wegen dieser Freundschaft haben zu müßte,im Gegenteil:
Sie erklärte mir,daß es Unrecht ist,in ein fremdes Land einzufallen und dieses für sich zu beanspruchen,wie es die Nazis damals taten.Die Slowenen haben nur das getan,was jeder in einem solchen Fall tut:
Sie haben sich gewehrt.
Mein Opa wollte nicht in diesen Krieg,er und auch meine Oma wußten damals schon,daß dieser Krieg ein großes Unrecht ist.
Dann meinte sie nur,wie es denn Frieden geben sollte auf der Welt,wenn jeder immer nur dem anderen Schuld zuschiebt und Menschen nicht bereit sind,einen Neuanfang zu starten.Außerdem hat sie meine falsche Meinung korrigiert von wegen die bösen,mordlustigen Slowenen und die guten,unschuldigen Deutschen.
Nah diesem Gespräch fiel mir in Stein vom Herzen,ich wußte nun,daß einer Freundschaft mit meiner Klassenkameradin nichts mehr im Weg steht.
Mein Vater hat zu der Versöhnung mit meinem Bruder etwas Ähnliches gesagt wie meine Oma damals:
Wie soll es Frieden auf der Welt geben,wenn nicht mal in den Familien,zwischen Arbeitskollegen,Klassenkameraden und Nachbarn Freundschaften möglich sind und wenn es Streit gegeben hat,Versöhnung stattfindet?
Wenn jeder immer nur auf Rache sinnt und nicht bereit ist,einmal beide Seiten zu sehen? Wenn man nicht bereit ist, einmal über gemachte Fehler,die dem Anderen schon längst leidtun,hinwegzusehen bzw nicht in der Lage ist,selbst zu einem gemachten Fehler zu stehen und sich dafür zu entschuldigen und einander zu verzeihen?
Haß und Feindschaft tun weh,sie binden Energie,die man für so viel Schöneres einsetzen kann.
Versöhnung und Freundschaften sind wichtig für jeden Menschen,pflegen wir sie!
Vielleicht wundert sich jetzt der eine oder andere,weil sich die beiden Beiträge "Familienfeiern" und dieser unterscheiden,grundsätzlich bleibe ich dabei,daß ich es nicht gut finde,nur zu Familientreffen zu gehen,weil es sich gehört oder aus anderen unehrlichen Gründen.
Allerdings sollte sich jede/r überlegen,ob jetzt nicht vielleicht der Zeitpunkt für einen Neuanfang,für Versöhnung gekommen ist.
Einach mal auf die innere Stimme hören,ich habe es noch nie bereut,wenn ich auf sie gehört habe!
Ich hatte einfach das Gefühl,daß ich doch hingehen soll,meine Mutter hatte mit dieser Entscheidung nichts zu tun!
Ich wünsche mir,daß sich zwischen meinen Brüdern und mir ein besseres Verhältnis in Zukunft entwickeln wird und wir auch im Alltag Kontakt zueinander haben werden.
Ich bin doch zu der Feier gegangen.Und ich habe es nicht bereut.
Mein ältester Bruder,ich möchte nicht mehr Stief oder Halbbruder schreiben,denn eigentlich ist das doch ein unwichtiges Detail,hat mich total überrascht-positiv überrascht!
Als Thema des Gottesdienstes wählte er das gleiche Thema wie ich heute in meinem Blog:
Versöhnung.
Nach der Predigt sagte er,er müsse noch etwas erledigen,das ihm schon länger auf dem Herzen liegt.
Dann lief er den Gang nach ganz hinten,dorthin wo mein Vater und ich saßen.
Nun stand er vor mir:
Er sagte,er wolle,daß wir uns endlich nach all den Jahren wieder versöhnen.Ich war zwar total erstaunt,damit hätte ich absolut nicht gerechnet.
Wir haben uns umarmt,er weinte.Soviel Mut hätte ich ihm nicht zugetraut,doch ich bin so froh,daß er es getan hat!!!
Danke!!!
Zur Gemeinde sagte er nur,daß ich seine Schwester bin,mit der er 13 Jahre so gut wie keinen Kontakt mehr gehabt hat.Ich möchte hier auch nicht näher auf die Einzelheiten eingehen,warum es zum Bruch kam,da das einfach zu persönlich ist.
Doch ich bin so froh,daß nach all den Jahren endlich dieser Konflikt beendet ist.Ich bin meinem Bruder dankbar,daß er den Mut hatte,diesen Schritt zu tun.
Denn eigentlich sind wir doch eine Familie.
Etwas ähnliches habe ich als Schülerin erlebt:
Damals kam eine Neue in meine Klasse,eine Slowenin,die ich sofort mochte.
Doch es gab da ein Problem:
Mein Opa ist im Januar 1945,also kurz vor Kriegsende in Slowenien gefallen.Als kleines Mädchen wollte ich deshalb alle Slowenen töten,weil die meiner damaligen Meinung nach meinen Opa ermordert haben.
Ich dachte mir,als ich das Mädchen damals,mit 12 Jahren kennenlernte,ich könne doch nicht mit jemandem von dem Volk,das meinen Opa auf dem Gewissen hätte,Freundschaft pflegen.
Ich hatte einen schrecklichen Gewissenskonflikt:
Doch glücklicherweise bin ich mit meinem Vater zu meiner Oma gefahren,deren Mann ich nie kennenlernen durfte.
Sie hat mir dann erklärt,daß ich keinerlei schlechtes Gewissen wegen dieser Freundschaft haben zu müßte,im Gegenteil:
Sie erklärte mir,daß es Unrecht ist,in ein fremdes Land einzufallen und dieses für sich zu beanspruchen,wie es die Nazis damals taten.Die Slowenen haben nur das getan,was jeder in einem solchen Fall tut:
Sie haben sich gewehrt.
Mein Opa wollte nicht in diesen Krieg,er und auch meine Oma wußten damals schon,daß dieser Krieg ein großes Unrecht ist.
Dann meinte sie nur,wie es denn Frieden geben sollte auf der Welt,wenn jeder immer nur dem anderen Schuld zuschiebt und Menschen nicht bereit sind,einen Neuanfang zu starten.Außerdem hat sie meine falsche Meinung korrigiert von wegen die bösen,mordlustigen Slowenen und die guten,unschuldigen Deutschen.
Nah diesem Gespräch fiel mir in Stein vom Herzen,ich wußte nun,daß einer Freundschaft mit meiner Klassenkameradin nichts mehr im Weg steht.
Mein Vater hat zu der Versöhnung mit meinem Bruder etwas Ähnliches gesagt wie meine Oma damals:
Wie soll es Frieden auf der Welt geben,wenn nicht mal in den Familien,zwischen Arbeitskollegen,Klassenkameraden und Nachbarn Freundschaften möglich sind und wenn es Streit gegeben hat,Versöhnung stattfindet?
Wenn jeder immer nur auf Rache sinnt und nicht bereit ist,einmal beide Seiten zu sehen? Wenn man nicht bereit ist, einmal über gemachte Fehler,die dem Anderen schon längst leidtun,hinwegzusehen bzw nicht in der Lage ist,selbst zu einem gemachten Fehler zu stehen und sich dafür zu entschuldigen und einander zu verzeihen?
Haß und Feindschaft tun weh,sie binden Energie,die man für so viel Schöneres einsetzen kann.
Versöhnung und Freundschaften sind wichtig für jeden Menschen,pflegen wir sie!
Vielleicht wundert sich jetzt der eine oder andere,weil sich die beiden Beiträge "Familienfeiern" und dieser unterscheiden,grundsätzlich bleibe ich dabei,daß ich es nicht gut finde,nur zu Familientreffen zu gehen,weil es sich gehört oder aus anderen unehrlichen Gründen.
Allerdings sollte sich jede/r überlegen,ob jetzt nicht vielleicht der Zeitpunkt für einen Neuanfang,für Versöhnung gekommen ist.
Einach mal auf die innere Stimme hören,ich habe es noch nie bereut,wenn ich auf sie gehört habe!
Ich hatte einfach das Gefühl,daß ich doch hingehen soll,meine Mutter hatte mit dieser Entscheidung nichts zu tun!
Ich wünsche mir,daß sich zwischen meinen Brüdern und mir ein besseres Verhältnis in Zukunft entwickeln wird und wir auch im Alltag Kontakt zueinander haben werden.
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